Cerbo Modul 1: Geglückter Start des ersten Lehrgangs für KMU-Verwaltungsräte

Cerbo Modul 1: Geglückter Start des ersten Lehrgangs für KMU-Verwaltungsräte

Thu Feb 25 07:45:00 CET 2016

Was macht einen guten Verwaltungsrat aus? Auf diese zentrale Fragestellung suchen insgesamt 25 Teilnehmende im ersten Lehrgang für KMU-Verwaltungsräte von Rochester-Bern und der Universität Bern Antworten. Unter der kundigen akademischen Leitung von Rüdiger Fahlenbrach, Professor für Finanzmanagement an der EPFL und Spezialist für Corporate Governance-Fragen, wurden die Aufgaben, Pflichten und Kompetenzen eines modernen Verwaltungsrates geklärt.

 

Ines Pöschel: Risiken kennen, um Chancen zu sehen

Das Schweizerische Obligationenrecht weist dem Verwaltungsrat 7 unentziehbare Aufgaben zu, lässt in der praktischen Umsetzung aber viel Spielraum. Genau diesen und die damit verbundenen Chancen und Risiken für die VR-Tätigkeit schilderte Ines Pöschel, preisgekrönte Juristin, selber Verwaltungsrätin und Partnerin bei Kellerhals Carrard mit zahlreichen spannenden Beispielen. Risiken kennen, damit die Chancen genutzt werden können, lautet ihre Devise.

 

„Ein fleissiger, standfester VRP ist die halbe Miete“; Georg Krneta

Georg Krneta, früherer Multi-Verwaltungsrat und Wirtschaftsanwalt, gab der im Gesetz nicht näher umschriebenen Rolle des Präsidenten des Verwaltungsrates ein Gesicht. Was unterscheidet ihn von den anderen Mitgliedern, wie erfolgt ein für die Firma erspriessliches Zusammenspiel von CEO und VRP, wie vermeidet man einen VR der zwei Geschwindigkeiten? Für ihn ist klar: „Ein kompetenter, fleissiger und standfester VRP ist die halbe Miete“.

Welches Risikomanagement soll ein Verwaltungsrat sinnvollerweise anwenden? Christian Waldvogel, Managing Partner von Vinci Capital und in dieser Funktion im Auftrag von Pensionskassen in zahlreichen Beteiligungen im VR vertreten, schilderte seine Erfahrungen. Aufmerksamkeit erforderten vor allem Spezialsituationen wie Übernahmen oder Krisen – auch finanzieller Natur – und die Kommunikation zwischen dem operativen Team und dem VR. Spannungsfelder ortet er auch dann, wenn in einer Firma nur ein einziger wirklich unabhängiger VR tätig ist. Dieser müsse mittels geeigneter Instrumente für einen transparenten und regelmässigen Austausch sorgen.

 

Rollen der externen VRs in Familienunternehmen klären

Der ganz besonderen Rolle eines Verwaltungsrates in Familienunternehmen ging Jobst Wagner, VR-Präsident der weltweit tätigen Rehau-Gruppe auf den Grund. Welche Erwartungen hat ein Familienunternehmer an die Rolle eines externen Verwaltungsrates, wo liegen rote Linien, die in diesem Zusammenspiel nicht überschritten werden dürfen und wie nimmt der Familienunternehmer selber die Rolle eines externen VRs in anderen Familienunternehmen wahr? Er erwartet von externen VRs eine ehrliche Sparringpartner-Rolle und nimmt diese Aufgabe auch selber in weiteren VRs von Familienunternehmen wahr. Und er empfiehlt Familienunternehmen, rechtzeitig zu regeln, welche Rollen Familienmitglieder im VR einnehmen können und sollen und unter welchen Bedingungen.

Wie steht es mit der Diversität im VR, was ist eine optimale Grösse eines VRs, wieviele Mandate sind zuviel und welche Aufgaben hat der VR in Krisensituationen? Und inwieweit lässt sich der Swiss Code of best Practice auf Familienunternehmen anwenden? All diese Fragen eruierte Rüdiger Fahlenbrach mit den engagierten Teilnehmenden in spannenden Sessions.

 

Im April geht es weiter mit Modul 2: Die strategische Führung eines Unternehmens.

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