«Wir haben unseren Kindern ein Klavier hingestellt, spielen dürfen sie nun selbst»

«Wir haben unseren Kindern ein Klavier hingestellt, spielen dürfen sie nun selbst»

Wed Aug 29 16:18:00 CEST 2018

Ein Gespräch zur Nachfolgeregelung im Familienunternehmen mit Dr. Rudi Bindella

 

Am 23. August 2018 waren die aktuellen Studierenden des CAS für Verwaltungsräte sowie Alumni und Gäste zum Abendessen im Restaurant Lorenzini eingeladen. Highlight der Veranstaltung war ein erfrischender Talk zwischen Dr. Rudi Bindella und Dr. Ariel Goekmen. Fokus des spannenden Gesprächs waren mögliche Herausforderungen bei der Nachfolgeregelung im Familienunternehmen und das Talentmanagement in der Bindella Gruppe.

 

Dr. Bindella ist Unternehmer, Verwaltungsrat und Leiter der Zürcher Familiengesellschaft "Bindella terra vite vita SA" - das grösste familiengeführte Gastrounternehmen der Schweiz, welchem auch das Restaurant Lorenzini angehört. Dr. Ariel Sergio Goekmen ist Member of the Executive Board der Schroder & Co Bank AG und Alumnus des EMBA Programms von Rochester-Bern Executive Programs.

 

Seit Rudi Bindella 1975 in die Geschäftsleitung eintrat, hat sich der Umsatz der Bindella-Gruppe fast versechsfacht. Die Gastronomiegruppe beschäftigt heute 1300 Mitarbeiter, und Herr Bindella hält fest, dass das Fundament des Erfolgs eine stark gelebte Wertekultur sei. Äusserst wichtig sind ihm beispielsweise Verlässlichkeit und Bescheidenheit, sowie dass Mitarbeitende sämtlicher Stufen respektvoll miteinander umgehen. Als Patron habe er diese Werte stets auch vorgelebt.

 

Im Alter von 70 Jahren erschien es Herrn Bindella an der Zeit, die Geschäftsleitung an die nächste Generation im Familienunternehmen zu übergeben. Zu einer guten Führung gehöre eben auch «das Geschick, das Zepter im richtigen Moment abzugeben».

 

Diesen Frühling nun übernahm sein ältester Sohn Rudi jr. (40) die operative Verantwortung für die Bereiche Gastronomie, Marketing und HR. Sein zweitältester Sohn Adrian (38) unterstützt die Familie im Verwaltungsrat. Alle vier Söhne sind gleichermassen beteiligt an den verschiedenen Geschäftsteilen der Bindella-Gruppe. Herr Bindella erzählte im Gespräch, diese Nachfolgeregelung sei Resultat eines jahrelangen Prozesses, zu welchem sich alle Beteiligten geeinigt haben.

 

Die Bindella-Gruppe liegt nun also in den Händen der dritten Generation. Selbstverständlich steht Herr Bindella seinen Kindern auch nach seinem Rückzug immer noch gerne beratend zur Seite. Er betont aber, dass die nächste Generation sein vollstes Vertrauen geniesse – genauso wie er es damals bei der Übernahme von seinem Vater erleben durfte. So fasste Herr Bindella zusammen: «Wir haben unseren Kindern ein Klavier hingestellt, spielen dürfen sie nun selbst».