Warum bei der IT-Strategie Leitplanken heute wichtiger sind als starre Pläne

Digitalisierung/Digitale Transformation in KMU
Künstliche Intelligenz, Agentic AI, Machine Learning und weitere Entwicklungen der Digitalisierung verändern Technologien, Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen schneller denn je. Was heute als bewährter Ansatz gilt, kann morgen bereits überholt sein. Entsprechend schwierig ist es, vorherzusagen, welche technologischen Möglichkeiten entstehen und welche konkreten Anwendungs- oder Geschäftsfälle daraus hervorgehen.

Diese Dynamik stellt Unternehmen vor eine zentrale Frage: Wie entwickelt man eine IT-Strategie, die Orientierung gibt, relevante Entwicklungen aufnimmt und gleichzeitig verhindert, dass man jedem Trend vorschnell folgt?

Mit genau dieser Fragestellung habe ich mich im CAS Digital Acceleration & AI von Rochester-Bern Executive Programs beschäftigt. Der CAS hat mir nicht nur künstliche Intelligenz und Digitalisierung nähergebracht. Er hat vor allem gezeigt, wie schnell der Wandel tatsächlich vorangeht und wie viele Themen, die vor Kurzem noch futuristisch wirkten, bereits Realität werden. Dies hat mein Verständnis von Strategie verändert: In einem dynamischen Umfeld muss sie Orientierung geben und gleichzeitig anpassungsfähig bleiben.

Weg von starren Strategiedokumenten

Viele Unternehmen arbeiten mit umfangreichen Strategiedokumenten, die in mehrjährigen Zyklen erstellt und überarbeitet werden. In einem Umfeld, das sich durch Digitalisierung, künstliche Intelligenz und neue Technologien laufend verändert, stösst dieser Ansatz zunehmend an seine Grenzen. Strategien müssen heute nicht nur Orientierung geben, sondern auch genügend flexibel sein, um neue Entwicklungen aufzunehmen und daraus konkrete Handlungsoptionen abzuleiten.

In meiner Praxisarbeit habe ich deshalb eine modulare IT-Strategie entwickelt.

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Sie basiert auf einer Strategiearchitektur mit wenigen stabilen Elementen: Vision, Mission, Wertbeitrag und Operating Model. Ergänzend dazu werden themenbezogene Gestaltungsprinzipien (Leitplanken) regelmässig überprüft und bei Bedarf angepasst. So entsteht ein Rahmen, der Orientierung gibt, ohne die notwendige Flexibilität zu verlieren.

CAS als Impulsgeber

Das CAS lieferte Modelle, Methoden und Impulse von Dozierenden und Mitstudierenden, die direkt in meine Strategiearbeit eingeflossen sind. Eine zentrale Erkenntnis war: KI-Themen sind zuerst Prozess-, Daten- und Befähigungsthemen. Bevor technische Lösungen nachhaltig wirken, müssen Prozesse verstanden und vereinfacht sowie Verantwortlichkeiten geklärt sein. Auch der Umgang mit Daten (Datenmanagement) muss einheitlich verstanden und geregelt werden. Weiter ist die Befähigung der Mitarbeitenden sowohl im Umgang mit KI als auch im Verständnis ihrer Grenzen wichtig. Erst darauf aufbauend lassen sich tragfähige Lösungen und Effizienzsteigerungen erzielen.

Vom CAS direkt in die IT-Strategie

Der grösste Mehrwert des CAS lag für mich im unmittelbaren Praxistransfer. Die entwickelte Strategiearchitektur bildet heute eine Grundlage für die Weiterentwicklung der IT-Strategie. Sie verbindet stabile Leitplanken mit konkreten Handlungsfeldern und Massnahmen. Damit blieb die Praxisarbeit nicht ein isoliertes Studienprojekt, sondern wurde zu einem konkreten Beitrag zur strategischen Weiterentwicklung.

Mein Fazit

Besonders wertvoll im CAS war für mich der Austausch mit den Dozierenden und den Teilnehmenden aus unterschiedlichen Branchen. Das CAS Digital Acceleration & AI hat mein Verständnis von Digitalisierung, KI und Strategie nachhaltig verändert. Meine wichtigste Erkenntnis: In einer volatilen Welt brauchen Unternehmen nicht immer detailliertere Pläne, sondern klare Leitplanken, tragfähige Prozesse, verlässliche Daten und die Fähigkeit, ihre Strategie laufend weiterzuentwickeln.

Genau diese Verbindung aus fundierten Grundlagen, persönlicher Reflexion und unmittelbarer Anwendbarkeit macht den Studiengang für mich besonders wertvoll.