Eine Woche bevor das Modul startete, wurde uns mitgeteilt, dass das Modul virtuell stattfinden werden, da Covid war. Wir waren alle recht unglücklich und haben uns selber organisiert. So fand das Modul zwar virtuell statt, aber die Mehrheit der Klasse hat sich am Feusi Bildungszentrum getroffen und dort den Online-Unterricht gemeinsam geschaut. Wir haben uns gastronomisch vom Catering verwöhnen lassen.
Am Donnerstagabend waren wir gemeinsam im Bühner in Bern Nachtessen, es war super. Dank Bruno Zurlinden hatten wir am Freitagabend die Möglichkeit, das Wankdorf-Stadion zu besichtigen. Es war aber keine klassische Führung, Bruno Zurlinden kannte Hanspeter Kienberger, den VRP vom BSC YB. Somit kamen wir im Wankdorf an, wurden in der Presidents-Lounge empfangen und all unsere Namen zirkulierten auf der LED-Wand, zwischen den Tribünen entlang des Spielfeldes. Faszinierend, danke Bruno!
Von Hanspeter Kienberger haben wir erfahren, dass bspw. Merchandising für YB deutlich weniger bedeutend ist, als der sehr bedeutende Spielertransfer. Es war ein grosser und interessanter Blick hinter die Kulissen. Gastronomisch wurden wir vorzüglich verköstigt, so gab es nach mehreren Gängen auch die Möglichkeit, die Gin-Bar einzuweihen, ja es hatte sogar einen Zigarren-Humidor, von welchem wir natürlich Gebrauch machten. So vergingen die Stunden und die Gin-Flaschen leerten sich. Die Gespräche wurden tiefgründiger und der Inhalt des Humidor’s neigte sich dem Ende zu, als ich mit Toni Bichsel (unserem Mitstudenten mit am meisten Lebenserfahrung und bestimmt auch der Sportlichste von allen) über Bergtouren diskutiert habe.
Er hatte zwar mit dem Rennvelo schon die ganze Welt umrundet und war mit dem Velo auf über 5’000 Meter (in Nepal), war aber noch nie zu Fuss auf einem 4’000er. Ich habe ihm von der Spaghetti-Tour erzählt, einer Bergtour im Wallis bei Zermatt, bei welcher mehrere 4’000er Gipfel in Serie bestiegen werden. Die Tour heisst so, weil man täglich in Italien übernachtet.
Toni war von der Idee begeistert und kurz vor 04:00 morgens (wir hatten natürlich am Samstag wieder Unterricht) haben wir mit einem Glas Gin in der Hand abgemacht, im nächsten Sommer diese Tour zu machen. Gesagt, getan. Ich gab Toni den Kontakt meines Bergführers (Emanuel Julen aus Zermatt) und er machte einen Trainingstag mit ihm ab, die Steigeisen usw. mussten ja mal probiert sein. Emanuel befand Toni als fähig und wir machten den Tourentermin ab.
Das Wetter war phänomenal an diesen Juli-Tagen und am 11. Juli 2022 legten wir auf dem kleinen Matterhorn los. Nach fünf strengen, aber erlebnisreichen Tagen kehrten wir am 15. Juli nach Zermatt zurück und hatten zehn Viertausender in der Tasche.
Ein wahres Erlebnis, welches wir fortlaufend über den Chat mit der ganzen Klasse geteilt haben. Toni hat mir letztens ein kleines Fotoalbum der Tour geschenkt, es steht bei mir zuhause auf dem Küchentisch.
Danke Toni, danke Klasse 9!
Matthias Zurflüh, CAS Verwaltungsrat Klasse 9