Rochester-Bern widmet sich mit dem neuen Studiengang CAS Digital Acceleration & AI den Themen digitale Transformation, künstliche intelligenz und Kulturwandel. In diesem Kontext hatten Rochester-Bern Alumni und Gäste anfangs Oktober die Gelegenheit sich im ZID (Zentrum für Innovation und Digitalisierung) Bernapark mit Bebop-Gründer und Robotik-Experte Philippe Hegi auszutauschen und das erweiterte Team in Form von unterschiedlichen Robotertypen kennenzulernen.
Mit dem klaren Fokus auf wirtschaftliche Einsatzgebiete ihrer Roboter spezialisiert sich Bebop auf die Entlastung von Fachpersonal – und somit auf Unterstützung bei Fachkräftemangel – mit Anwendungen im Bereich Innen-Logistik und Reinigung in Restaurants, Hotels, Heime/Spitäler und in der Produktion. Die Schnittstelle zwischen Fachpersonal und Kundschaft/Bewohnende bleibt der Mensch. Als Beispiel in welche Richtung Bebop nicht einschlagen will, nennt Philippe den Spargelroboter. Dieser arbeitet erwiesenermassen effizienter als die besten Feldarbeiter/-innen. Jedoch ist er durchschnittlich lediglich 2 Monate pro Jahr im Einsatz und die restliche Zeit verstaubt er in einer Lagerhalle und muss regelmässig gewartet werden. Also wirtschaftlich nicht nichthaltig und deshalb gegen die Firmenphilosophie von Bebop.
Bebop Robotics hat sich seit der Gründung mehrmals neu erfunden. Zu Corona-Zeiten versuchte das Start-up beispielsweite Desinfektionsroboter zu vermarkten – leider aufgrund der Kosten und dem daraus resultierenden hohen Verkaufspreises ohne grossen Erfolg. Aber da sie die Roboter nicht in jahrelanger Entwicklung auf den Markt gebracht haben, sondern sich für Handel statt Produktion entschieden, liess sich das Produktsortiment rasch und unkompliziert erweitern. Bebop hat sich bewusst für ein Unternehmensprofil mit weniger Risiko entschieden und bezeichnet sich heute als Lösungsanbieter sowie Integrator von Robotiklösungen. Sie befassen sich u.a. mit dem SLAM-Verfahren (Simulatene Positionsbestimmung und Kartierung) und beziehen ihre Roboter in erster Linie aus westlichen Regionen, unter anderem auch um als Distributor Zugang zu einem zuverlässigen After-Sales-Service sicherzustellen. Ihr Angebot umfasst: Beratung, Handel und Logistik, Miete oder Leasing, RaaS (Robotics as a Service), Implementierung, Schulung, Wartung und Unterhalt sowie Integration, z.B. in Liftsysteme von Schindler. Wichtig ist Bebop im Kundenkontakt unter anderem die Analyse der Machbarkeit vor Ort, Neugierde bei Mitarbeitenden zu stärken bzw. Ängste/Hürden abbauen, eine stufenweise Inbetriebnahme, pragmatische Ausbildung und die Lösung aller anfallender Probleme (Bedienung, Technik, Fehler). Hinzu kommt konsequenterweise auch vorbeugende/r Unterhalt und Wartung.
Wie viel künstliche Intelligenz ist heute bereits in den Robotern von Bebop integriert? In den aktuellen Modellen ist die obengenannte SLAM-Technologie für die Navigation (grösstenteils selbstlernend) integriert sowie z.B. Bilderkennung (inkl. Follow-me-Funktion). Zudem wird die Entwicklung per se durch künstliche Intelligenz bereits heute beschleunigt und auch zukünftig Effizienz fördern
Humanoide Roboter werden heute bereits in Produktionshallen und Lagerhäusern eingesetzt und getestet. Philippe bestätigt seine Überraschung wie schnell die Entwicklung vorangeht. Die meisten Hersteller humanoider Roboter sind in den letzten 3 Jahren erst entstanden. Mehr dazu im Bebop-Video unten.
Der Anlass im ZID Bernapark wurde im Rahmen von unserem neuen Studiengang CAS Digital Acceleration & AI durchgeführt (nächster Infoanlass am 15. Oktober). Wir danken Philippe und Bebop Robotics für die spannenden Ausführungen und das Sponsoring – von A bis Z ein gelungener Abend!