Mit Weltraummissions-Simulation um Höhen und Tiefen der Teamführung

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Das Interpersonal Skills Lab fokussierte auf Zusammenarbeit und Kommunikation, indem es die Teilnehmenden vor die Herausforderung stellt, eine simulierte Havarie im Weltraum zu bewältigen. Die emotionale Achterbahnfahrt verdeutlichte die Bedeutung klarer Kommunikation und effektiver Zusammenarbeit, während der Trainer mit präzisem Feedback tiefe Einblicke in das Gruppenverhalten ermöglichte. Die Simulation ging dabei weit über den reinen Spielspass hinaus und vermittelte unmittelbar anwendbare Erkenntnisse für den Führungsalltag.

Am Nachmittag des 29.11.2023 erlebten wir im Rahmen unseres CAS Leadership & Inclusion eine faszinierende Teamsimulation, die mithilfe des Interpersonal Skills Lab von Pilot Impuls gestaltet und von Philippe Ammann durchgeführt wurde. Diese innovative Methode des spielerischen Lernens fokussierte auf die Bereiche Zusammenarbeit und Kommunikation in der Teamführung und -arbeit und versetzte uns in eine hochspannende simulierte Weltraummission.

Die Echtzeit-Computer-Simulation schickte einzelne Gruppen von Teilnehmenden auf eine virtuelle Reise durch den Weltraum. Die Herausforderung bestand darin, nach einer simulierten Havarie im Weltraum durch hoch-effiziente Zusammenarbeit für ausreichend Energiereserven auf der Weltraumstation zu sorgen. Der Transport von Energieakkus vom Support Deck zum Main Deck war unerlässlich, um diese aufzuladen und sie anschliessend wieder einsatzbereit zu haben. Jede Gruppe hatte auf ihren Computern Einblick in ein Cockpit mit verschiedenen Funktionen und Anzeigen. Der Clou: Die Informationen waren nicht für alle Gruppenmitglieder gleich. Zusätzlich gab es die Rolle des Commanders, der wiederum andere Informationen auf seinem Cockpit hatte und auf „hoher Flughöhe“ die Fäden zusammenhalten und koordinieren sollte. Während der Simulation tauchten weitere Aufträge auf, die, wenn erfolgreich bearbeitet, zusätzliche Punkte generierten.

Das Briefing vor der Simulation klärte die Rahmenbedingungen, gab Zusatzinformationen und erklärte die Bedienung des Computers. Dann begann das Abenteuer. Anfangs lief alles in unserer Gruppe zufriedenstellend, doch plötzlich löste ein lauter Alarm eine Hektik aus. Auf den Cockpits blinkte es rot, der laute Ton unterstrich die Dringlichkeit eines sofortigen Handelns. Das Main Deck benötigte sofort Energie, und es war zusätzlich erforderlich, weitere vollgeladene Akkus zu beschaffen. Der Raum füllte sich mit lauten Stimmen, die Teilnehmenden sprachen schneller und hektischer miteinander. Es wirkte unkoordiniert und chaotisch – ja, sogar gestresst. Mir wurde bewusst, wie ich einen „Röhrenblick“ bekam und viel weniger mitbekam, was meine Gruppenmitglieder äusserten. Die Handlungen wurden reaktiv, nicht mehr proaktiv. Das vorausschauende Denken und Planen war nicht mehr möglich.

In unserer Gruppe gelang es uns, das Ruder herumzureissen und das Schlimmste zu verhindern. Nach der ersten Simulationsrunde waren wir mit dem Ergebnis im mittleren Rang noch nicht zufrieden. In der anschliessenden Erfahrungsrunde diskutierten wir, wie es den einzelnen Gruppen ergangen und was gut und weniger gut gelaufen war. Alle erkannten die Notwendigkeit einer präziseren Aufgaben- und Rollenverteilung sowie einer eindeutigeren, adressatengerechten Kommunikation.

Die Simulation wurde in zwei weiteren Runden durchgeführt, jede brachte neue Herausforderungen und Aufgaben mit sich. Die Absprachen in der Gruppe und die Lernprozesse aus den vorangegangenen Runden wurden entscheidend. Dies ermöglicht die Übertragung der Erkenntnisse auf den Führungsalltag. Die Simulation verdeutlichte die Wichtigkeit klarer Rahmenbedingungen, definierter Rollen, gesetzter Prioritäten und einer offenen, vertrauensvollen Umgebung für erfolgreiche Teamführung und -arbeit. Mir bereitete die Simulation nicht nur viel Spass, sondern sie vermittelte mir auch direkt anwendbare Handlungskompetenzen.  So werden wir in den nächsten Teamsitzungen vermehrt mit Reflexions- und Feedbackrunden arbeiten und eine Priorisierungsmethode für die täglichen Aufträge einführen.

Unsere Gruppe meisterte übrigens die zweite Runde hervorragend, doch in der dritten Runde schien der „Pfuus“ draussen zu sein und das Ergebnis war miserabel. Diese Erfahrung unterstrich für mich ein zusätzliches Learning: Lernen benötigt auch Pausen.